Auf einmal war alles anders! Es gab kaum Zeit, sich vorzubereiten. Die Pandemie breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus.

Auch, wenn von Anfang an klar war, dass vor allem Risikogruppen betroffen sein würden, so stieß der Virus doch wie ein Tsunami mitten in die Herzen unserer Kultur. Erst zögerlich und dann durch Medienberichterstattung ermutigt, haben wir begonnen unser Verhalten zu ändern: Ellenbogen-Checks statt Händeschütteln, Netflix statt Rock-Konzert und Home-Office statt Coffee-Chat im Büro.

Auf einmal hinterfragen Unternehmen ihre Business-Modelle, mehrere Verschwörungstheorien über den Ursprung des Virus grassieren.

Die Herausforderung

Die offensichtlichen Auswirkungen von Corona sind schon spürbar und uns allen bekannt: Panikverkäufe an den Aktienmärkten, Kurzarbeit, Hamsterkäufe, abgesagte Veranstaltungen, leerstehende Hotelzimmer und unterbrochene Lieferketten.

Aber was sind die verborgenen Kosten der aktuellen Situation? Was passiert hinter den Kulissen in den Köpfen der Menschen?

  • Soziale Dynamiken verändern sich, wie z.B. die Einsamkeit im Home-Office und ihre Auswirkungen auf den Zusammenhalt im Team, vor allem in einer Zeit, wo wir Zuspruch und Ermutigung mehr denn je benötigen.
  • Die steigende Unsicherheit verändert unsere emotionale Stabilität und Handlungsbereitschaft, z.B. einen kühlen Kopf zu bewahren in Situationen der Schadensbegrenzung und Panikmache.
  • Veränderung stresst unser Gehirn, z.B. sind einfache und notwendige Verhaltensänderungen wie Hände nicht zu schütteln wichtig, aber auch schwierig umzusetzen.

Wie gehen wir nun mit diesen teilweise unbekannten Schattenseiten um? Wie bringen wir die Ängste und Bedenken unserer Kollegen konstruktiv auf den Tisch? Und vor allem: wie nutzen wir diese Krise als Chance?

„Opportunity from Pain“

Unsere Welt verändert sich exponentiell, angetrieben durch digitale Technologien. Aber wir wissen: kulturelle und psychologische Veränderung hinkt dem technologischen Wandel oft hinterher. Es kostet Energie, neue Strukturen aufzubauen, veränderte Verhaltensweisen zu lernen und „digital” nicht nur im Wortschatz zu haben, sondern auch zu leben. In den letzten Jahren haben wir häufig mit Unternehmen über die Veränderungen gesprochen und festgestellt, dass die anfängliche Bereitschaft und Euphorie für „New Work“ oft an existierenden Strukturen und festgefahrenen Einstellungen (auch Mindset genannt) scheitert.

Jedoch wissen wir aus unserer persönlichen Erfahrung: wenn der Schmerz am größten ist, wenn wir am Boden liegen und gefühlt nichts mehr zu verlieren haben, dann sind wir offen, uns neu zu erfinden: als Menschen, als Unternehmen und als Gesellschaft. So ein Zeitfenster öffnet sich gerade: Der Widerstand weicht einer Notwendigkeit zu handeln und wir beginnen, uns neu zu besinnen. So haben Unternehmen nun die Chance, nicht in Panik zu versinken, sondern neue Wege zu gehen. Es ist ein Zeitfenster, in welchem wir digitaler, ökologischer, achtsamer und emotional intelligenter werden können.